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Die Rheumafee

Die Rheumafee, © Michaela Steininger - Fotolia.com

Auf einem fernen Stern wurde vor vielen Jahren eine kleine Fee geboren. Ihr blondes, langes Haar glänzte in der Sonne wie tausend kleine Sternlein, ihre Augen waren so blau wie der Himmel und sie hatte zwei silberne Flügelchen. Sie liebte Kinder über alles.

Zu ihrem 10. Geburtstag bekam die kleine Fee von ihren Eltern einen Zauberstab geschenkt. Als Nächstes würde der große Rat der Feen ihr eine Aufgabe stellen. Die kleine Fee war deswegen ganz aufgeregt. Welche Aufgabe würde sie erhalten?

Als der große Feen-Rat tagte, berichtete eine Fee von einem Kind, das großen Kummer hatte. Da meldete sich die kleine Fee zu Wort: „Wenn ich darf, würde ich gerne diesem Erdenkind helfen.“ Der Feen-Rat beschloss, dass dies eine gute Idee wäre.

Die kleine Fee machte sich sofort auf den Weg. Als sie zu dem Mädchen kam, schlief es schon tief und fest. Aber was war das? Am linken Arm hatte es eine Schiene. Vorsichtig berührte die kleine Fee den Arm. Da schlug das kleine Mädchen die Augen auf und sah vor sich die winzige Fee sitzen. „Wer bist du und woher kommst du?“ – „Ich bin eine kleine Fee. Ich möchte dir helfen, weil du so traurig bist. Sag mal, was ist denn das an deiner Hand?“ Tränen traten dem Mädchen in die Augen. „Deshalb bin ich so traurig. Ich habe Rheuma, und das ist eine Handschiene, damit die Hand nicht mehr so wehtut und sie schön gerade bleibt“, antwortete das Mädchen. – „Aber dann ist die Schiene doch prima“, sagte die kleine Fee nach einigem Überlegen. „Ja, schon“, sagte das kleine Mädchen. „Aber die anderen Kinder ärgern mich deswegen immer, denn ich bin das einzige Mädchen in der Schule mit so einer Schiene.“ – „Oh, ich verstehe“, sagte die kleine Fee. Das Mädchen erzählte von ihrem Rheuma – wie ihr eines Tages auf einmal die Hand wehtat und die Schmerzen einfach nicht weggingen. Auch der linke Fuß tat immer öfter weh. Besonders schlimm war es morgens. Dann kam es dem kleinen Mädchen so vor, als seien die Hand und der Fuß eingefroren und steif. Erst nach vielen Blutuntersuchungen stellte der Arzt fest, dass das kleine Mädchen Rheuma hatte. „Seitdem nehme ich Tabletten und gehe zweimal in der Woche zur Krankengymnastik und zur Ergotherapie. Da werden meine Gelenke bewegt und wir machen Übungen. Und ich lerne, wie ich meine Hand richtig bewege.“ Der kleinen Fee brummte der Kopf. So viel hatte sie heute über dieses Rheuma erfahren! Nun überlegte sie, wie sie ihrer neuen Freundin helfen könnte.

„Was würdest du dir denn von einer Fee wünschen?“, fragte sie. – „Das ich kein Rheuma mehr habe“, antwortete das kleine Mädchen wie aus der Pistole geschossen. „Leider ist mein Zauber nicht so stark“, bedauerte die kleine Fee. „Aber vielleicht können wir gemeinsam überlegen, was dir helfen würden deinen Kummer ein wenig kleiner zu machen?“ Das kleine Mädchen überlegte: „Ich wünsche mir eine Freundin, die auch Rheuma hat und mich versteht. Und dass Mama und Papa sich nicht so viele Sorgen machen. Dass ich mit auf Klassenfahrt darf. Das geht nämlich nur, wenn wir nicht so viel wandern, denn das kann ich nicht. Und dass Frau Müller nicht meckert, wenn ich so unordentlich schreibe, weil die Hand wehtut.“

Der kleinen Fee wurde ganz schwummerig. So viele Wünsche auf einmal! Sie konnte doch nur einen einzigen Wunsch erfüllen! Sie flog zurück und dachte lange darüber nach, wie sie dem Mädchen helfen konnte. Da kam ihr auf einmal eine Idee … Sie nahm ihren Zauberstab und murmelte leise einen Zauberspruch. Am nächsten Morgen fand die Mutter des kleinen Mädchens in einer Zeitschrift einen Artikel über rheumakranke Kinder. Am Ende des Artikels standen die Telefonnummern von Eltern, die Eltern rheumakranker Kinder beraten. Das Ganze nannte sich Rheumafoon. Sie fand folgende Nummern:

Silke Metke:
0176 32703978

Dr. Patricia Vöttiner-Pletz:
07725 917797

Angelika Kapp:
0178 1346844

Die Mutter zögerte – einfach bei einer fremden Frau anrufen? Doch dann wagte sie es. Es meldete sich eine freundliche Stimme. Rasch kamen sie ins Gespräch, denn die unbekannte Frau hatte auch ein rheumakrankes Kind. Als sie erfuhr, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein war, war sie sehr froh. Endlich konnte sie sich ihren Kummer von der Seele reden! Die Frau erzählte ihr von Wochenenden, an denen sich Familien mit rheumakranken Kindern treffen, und versprach ihr, nähere Informationen zu schicken. Am übernächsten Tag kam ein dicker, brauner Umschlag an. Er enthielt eine Einladung zum Familienwochenende, ein Buch für Eltern „Unser Kind hat Rheuma“ und einige Infobroschüren für Lehrer. Vier Wochen später kehrte die kleine Fee auf die Erde zurück. Ob ihr Zauber wohl gewirkt hatte? Sie flog zu ihrer kleinen Freundin. „Oh, kleine Fee!“ Das Mädchen strahlte. „Du glaubst nicht, was passiert ist! Wir waren ein Wochenende in Cuxhaven. Da waren ganz viele Kinder, die auch Rheuma hatten! Ich habe jetzt eine neue Freundin. Sie heißt Amelie und hat auch Rheuma! Wir haben zusammen gespielt, gebastelt und waren am Strand. Und wir haben Lagerfeuer gemacht und Stockbrot gegrillt. Im September fahren wir wieder dorthin!“

Die kleine Fee staunte. „Das ist ja toll!“, antwortete sie. – „Ja, und Papa hat mit meinen Lehrern geredet. Herr Peter hat gesagt,ich soll auf alle Fälle mit auf die Klassenfahrt kommen, und wenn wir wandern, kann ich meinen Roller mitnehmen. Und Frau Müller schimpft auch nicht mehr, wenn ich mal unordentlich schreibe!“ Die kleine Fee strahlte über das ganze Gesicht. Sie freute sich mit dem kleinen Mädchen darüber, dass ihr Zauber so gut geklappt hatte!

Die Autorin und Rheumafoon-Beraterin Silke Metke ist auch per E-Mail erreichbar:
rheumafoon-Eltern(at)rheuma-liga.de

Weitere Infos zum Rheumafoon: www.rheuma-liga.de/rheumafoon