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Altersgerechte Krankengymnastik

Bei meiner Tochter ist vor Kurzem juvenile idiopathische Arthritis diagnostiziert worden. Sie hat vom Kinderrheumatologen Krankengymnastik verschrieben bekommen. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass sie dabei gut mitmacht. Was ist zu tun?

In der Tat ist Krankengymnastik ein wichtiger Baustein in der Behandlung einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung. Allerdings unterscheidet sie sich zur Behandlung von Erwachsenen zum Teil grundlegend.

Eine altersgemäße Krankengymnastik und das Vertrauen des Kindes zum Therapeuten sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Kinder reagieren anders als Erwachsene und können ihre Bedürfnisse oft nicht mit Worten ausdrücken. Hier ist der Therapeut gefordert, Mimik und Körpersprache zu beobachten und zu verstehen.

Bei kindlichen Verlaufsformen besteht oft eine günstigere Prognose als bei Rheumaerkrankungen im Erwachsenenalter. Die Erkrankung kann zur Ruhe kommen und sogar überwunden werden. Für die Therapie ergibt sich daraus, dass man in Zeiten der Krankheitsaktivität durch Medikamente, aber auch durch gezielte Bewegung Einschränkungen vermeiden will. Aus schmerzentlastenden Schonhaltungen entwickeln sich ohne Behandlung mit der Zeit Fehlstellungen und daraus Deformitäten, also eine körperliche Behinderung. Deshalb gilt es, jede eingeschränkte Bewegung und jede Achsenabweichung ernst zu nehmen und frühzeitig zu behandeln. Während beim Erwachsenen die Gelenkstabilität im Vordergrund steht, ist das Ziel beim Kind, volle Beweglichkeit sowie physiologische Gelenkachsen zu erhalten oder wiederherzustellen. Falls es durch Schwellung zu einer Lockerung der die Gelenke umgebenden Bänder gekommen ist, kann dies, nach Abklingen der Entzündung durch Wachstum wieder ausgeglichen werden. Andererseits können Entzündungen im Knie zu unterschiedlichem Beinlängenwachstum führen. Dies gilt es regelmäßig zu kontrollieren und mit Schuherhöhungen gegebenenfalls auszugleichen, damit kein Beckenschiefstand entsteht.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der wichtig ist für ihre motorische und psychosoziale Entwicklung.

Durch Schmerzen wird er eingeschränkt und ihre Leistungsfähigkeit behindert. Je früher die Erkrankung beginnt, je länger sie anhält und je mehr Gelenke betroffen sind, desto größer ist diese Entwicklungsbeeinträchtigung. So reicht es oft nicht, ein- oder zweimal in der Woche zur Krankengymnastik zu gehen. Eltern werden deshalb geschult und können durch tägliche Übungen zu Hause die Therapie wirkungsvoll unterstützen. Werden die Kinder älter, können sie  immer mehr Eigenverantwortung dafür übernehmen.

Krankengymnastik muss also oft über einen langen Zeitraum regelmäßig stattfinden. Die Motivation des Kindes oder Jugendlichen zu erhalten, stellt dabei eine große Herausforderung an die Therapeuten dar.

Susanne Ott, Physiotherapeutin, Aarbergen

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